Pflicht und Kür im Geschäftsbericht

Der Geschäftsbericht zählt zu den wichtigsten Instrumenten in der Finanzkommunikation und fungiert sozusagen als „Visitenkarte“ des Unternehmens gegenüber allen wichtigen Zielgruppen. Auch wenn das Pflichtprogramm von Lagebericht nebst Jahresabschluss und der eher zu „Kür“ gehörende Imageteil unterschiedliche Teilbereiche des Berichts darstellen, die nicht selten von unterschiedlichen Verantwortlichen betreut werden:  Der Betrachter nimmt den Bericht als ein Ganzes wahr und das inhaltliche und gestalterische Konzept sollte als Klammer fungieren.

Ein börsennotierter Mittelständler wollte im Imageteil des neuen Geschäftsberichts seine neuen Produkte hervorheben, die sich durch hohe Umweltfreundlichkeit auszeichneten. Im Gespräch mit Vorstand und Management stellte sich heraus, dass sich das Unternehmen insgesamt als nachhaltig wirtschaftend positionieren ließ. Tatsächlich wurde dem Thema Nachhaltigkeit bereits in vielen Unternehmensbereichen Rechnung getragen, von den Ressourcen schonenden Arbeitsmethoden bis hin zu einem internen Code of Conduct und familienfreundlichen Arbeitszeitregelungen für alle Mitarbeiter, ohne dass dies jemals thematisiert worden wäre.

Vor diesem Hintergrund begann ein Team aus  externen und unternehmensinternen Mitarbeitern entsprechende Daten und Fakten zur Nachhaltigkeit in den Themenbereichen Forschung & Entwicklung, Produktion, Mitarbeiter und Corporate Citizenship zusammenzutragen und für die  entsprechenden Bereiche im Lagebericht aufzuarbeiten. Auch in seinem Vorwort griff der Vorstandsvorsitzende das Thema nochmals auf, während sich der Imageteil auf die Vorstellung der umweltfreundlichen Produkte konzentrierte.

So zog sich das Thema Nachhaltigkeit wie ein roter Faden durch den gesamten Geschäftsbericht, was auf großes Interesse von Investoren und Analysten stieß und dem Unternehmen zudem neue Investorenkreise mit entsprechendem Themenschwerpunkt erschloss.

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