Issue Management

Frühzeitiges Issue Management ist unerlässlich: Für Unternehmen sind nicht nur politische Entscheidungen relevant – auch was die Öffentlichkeit bewegt, ist für sie wichtig. Issues sind öffentliche Anliegen oder Fragestellungen, oftmals brisante Themen oder Interessenkonflikte. Jedes Unternehmen kennt Themen, die den eigenen Handlungsspielraum einschränken, angefangen vom Zeitgeist, über Mehrheitsmeinung oder Tabus bis hin zu konkreten Debatten á la „Gesundheitsreform“, eine Neufassung der Glückspielrechts, eine Novellierung des Bergrechts… - 2012 ist die Urheberrechtsdebatte brandaktuell.
Strategische Public Affairs will Handlungsspielraum wahren. Mit Issue Management steht dem Public Affairs-Manager ein Frühwarn- und Reaktionssystem zur Verfügung, das kritische Stimmungen erkennt und u.a. durch Politische PR mit zusteuern vermag. Erfolgreiches Issue Management klärt auf, nach Innen und Außen, organisiert Unterstützung, wendet Kritik ab und weiß Chancen zu nutzen.
Es geht also nicht darum, Gesetzgebungsprozesse direkt zu beeinflussen (Lobbying), sondern fremde Positionen und Dynamiken zu verstehen und ggf. die eigene Position an Meinungsbildner aus Politik, Medien und Öffentlichkeit zu vermitteln, um schließlich die öffentliche Debatte mitzubestimmen. Issue Management als aktiver Gang an die Öffentlichkeit will das Thema selbst in die Hand nehmen, also Ziele offen legen, Widersprüche bei den Gegnern aufdecken, um dadurch eine Wende in der öffentlichen Meinung einzuleiten. Im Idealfall können unnötige Debatten vermieden oder zum eigenen Gunsten geführt werden. Kurz: drohende Schäden minimieren und potentielle Chancen maximieren ist Sinn und Zweck von Issue Management.
Das Issue Management ist in der Unternehmenskommunikation angesiedelt, aber Thema des ganzen Hauses. Denn die Methode verlangt mehrere Schritte und viele Hände: Relevante Themen (1) identifizieren, (2) analysieren, (3) verfolgen und (4) verwalten. Notwendig sind interne und externe Informationsquellen. Intern kann auf vorhandenes Wissen von Kollegen zurückgegriffen werden, um ein Problem zu begreifen. Anderseits sind auch externe, teilweise informelle oder sehr frühzeitige Informationen notwendig. Das Netzwerk der externen politischen Unternehmensberatung vervielfältigt die Quellen.

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