Risikokommunikation - den Brand melden, bevor er eintritt

In der Praxis werden häufig beide Begriffe – Krisen- und Risikokommunikation – unter dem Dachbegriff Krisen-PR subsumiert. Im Idealfall entfaltet Risikokommunikation eine derart intensive Wirkung, dass das befürchtete Ereignis, die Unternehmenskrise oder Krise einer Organisation, womöglich erst gar nicht eintritt. Nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“, ist Risikokommunikation quasi der Brandmelder, Krisenkommunikation der Feuerlöscher.

Checkliste Risikokommunikation

  • Welche Anforderungen werden an die Risikokommunikation gestellt?
    Operative Risiken fachlich analysieren, einschätzen und bewerten.
  • Was muss vermittelt werden? Und an wen (interne und externe Kommunikation)?
    Mögliche Ängste aller Beteiligten erkennen und ernst nehmen.
  • Auf welche Fragen muss man sich einstellen?
    Betrachtung der Lage durch die Brille der Laien.
  • Wie, was und womit kommuniziert man am effektivsten?
    Lösungsansätze sowohl sachlich als auch emotional zur Diskussion stellen.
  • Wird man verstanden? Welche Vergleiche, Bilder, Erfahrungen können helfen, Risiken zu verdeutlichen?
    Die beteiligten Stakeholder sensibilisieren – sowohl intern wie auch extern- und bewusste Entscheidungen herbeiführen. Auffangszenarien entwickeln, falls aus dem Risiko der Ernstfall wird.

Obwohl die Öffentlichkeit zunehmend -nicht zuletzt durch die Medien- sensibilisiert wird, wird die Stellung der Risikokommunikation von Unternehmen oder Organisationen noch unterschätzt.  Berichtet die Presse über Risiken, so wird ihr von der breiten Öffentlichkeit meist eine hohe Glaubwürdigkeit eingeräumt. Die Folge: Vielfach wird der mediale Wahrheitsgehalt sogar höher angesetzt, als die Einschätzungen von Experten. Und es ist oft nur eine Frage der Zeit, bis sich aus zunächst unerkannten Risiken ernstzunehmende Krisen entwickeln.

Quelle: Ditges, Florian / Höbel, Peter / Hofmann, Thorsten (2008): Krisenkommunikation, UVK Verlag, Konstanz.




Abonnieren: